Thursday, May 30, 2013

Metro: Last Light


Damals, vor einiger Zeit, da kam ein Spiel auf den Markt, das spielte in einer postapokalyptischen Welt. Da gab es Mutanten, böse Menschen, gute Menschen, düstere Grafik und einen Spielanfang der einen direkt in eine dunkle Welt loslässt und mir die Laune am weiterzocken genommen hat. Metro 2033 hatte eine tolles Setting und die Grafik war auch ganz hübsch, zumindest das was ich von ca. einer Stunde mit dem Spiel noch weiß. Aber es hat mich abgeschreckt und ich habs bis heute nicht mehr gezockt. Am 17. Mai.2013 kam der Nachfolger, Metro: Last Light, auf den Markt und ich hab es mir spontan gekauft. Fragt mich nicht was mich da geritten hat, nachdem mir der erste Teil schon so gar nicht gefallen wollte. Spoiler zum Artikel: Ich wurde echt gut unterhalten.

Willkommen in Moskau, Genosse
Metro: Last Light versetzt einen wieder in ein Moskau das durch Atomexposionen vernichtet wurde. Ich war noch nie in Moskau, daher kann ich nicht sagen in wie weit die Welt realistisch nachgebaut ist, sie wirkt allerdings sehr realistisch. Im Laufe des Spiel sieht man verschiedene Abschnitte der Metro, verknüpfende Oberweltabschnitte und jede Menge kaputtes Zeug. Halbverfallene Gebäude, zerstörte Autos, brüchige Brücken und mit Balken gestützte Gänge prägen die Szenerie und vermitteln damit ein sehr stimmiges Gefühl. Im allgemeinen ist die Stimmung in Metro sehr wichtig, die Handlung wird von dieser getragen und auch voran getrieben. Immer wieder könnt ihr Leuten auf den Gängen der Metro lauschen, die von Hoffnung bis hin zu totalem Verderben und Sinnlosigkeit des Seins alles zu bieten haben. Aber nur mit einer gut erzählten und packenden Handlung sowie toller Stimmung alleine verkauft man noch kein Spiel.

Wo gehts hier zur Schlacht?
Normalerweise bin ich ja kein Spieler der ruhigeren Art, heißt: Ich stürme vor, baller um mich wie ein gestörter und Fluche wenn ich sterbe. Bei Metro funktioniert das so gar nicht mehr, wie ich schmerzlich feststellen musste. Direkt zu Beginn des Spiels haben mir meine KI-Feinde kräftig den Arsch versohlt als ich locker-flockig mit einem Maschinengewehr in die Menge gesprungen bin. Funktioniert bei Call of Duty? Warum dann also nicht auch hier, nachdem doch eh jeder Shooter alles bei besagter Reihe klaut.
Zack. Bumm.
Tod.
Bitte zum letzten Speicherpunkt zurück.
Äh? Was? So schnell? Ja, in der Tat, man stirbt relativ schnell und relativ leicht. Man braucht nicht mal Gegner um sich um zu sterben, dazu aber später mehr. Jedenfalls hat meine Rambo-Taktik nicht so ganz funktioniert, ein klein wenig war ich davon schon frustriert und überrascht. Aber gut, dann eben langsam, schleichend, mit ... Taktik? Na wenn ihr das so wollt, liebe Entwickler, dann könnt ihr das haben. Gegen "menschliche" Gegner macht Metro: Last Light richtig viel Spaß, man muss nicht immer in den Kampf gehen, es gibt meist alternative Wege oder Angriffspunkte und der Waffensound sowie die Handhabung machen schon sehr viel Spaß. Dieses langsame und schleichende Vorgehen hebt Metro sehr stark von der Konkurrenz ab und sorgt bei mir für ein frisches Spielerlebnis. Ein großes Problem mit dem Kampfsystem ist der Fakt das es gegen die Kameraden wirklich gut funktioniert, aber gegen mutierte Tiere ist es einfach zu langsam. Dabei kommt Hektik auf und man muss immer zu im Kreis rennen um den Gegnern ein paar Treffer zu verpassen. Die meisten kommen einfach zu schnell auf einen zugestürmt als das man sie ausbremsen kann. Sehr schade und hat bei mir für einige Frustmomente gesorgt. Leider kann man sich gerade an diesen Viechern nur sehr selten vorbei schleichen, meistens wird man dann doch entdeckt. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben auch diese Kämpfe fair, auch wenn sie einem gerade den letzten Nerv rauben.

Boah! Weg! Wo?!
Klar, eine vollbeleuchtet, postapokalyptische Welt wäre ja auch zu schön gewesen. Die meiste Zeit heißt euer bester Begleiter "Taschenlampe" und braucht auch ab und zu mal eine kleine Aufladung. Aber keine Sorge: Nach Batterien müsst ihr nicht suchen. Statt dessen habt ihr ein kleines Gerät das ihr in die Hand nehmt und ein paar mal pumpt um wieder Saft für euren Freunde zu bekommen. Allerdings solltet ihr das zur richtigen Zeit machen, denn im Dunkel kämpft es sich gegen Monster nicht gerade gut. Und Aufladen im Kampf bedeutet für euch auch, das ihr nicht schießen könnte. Eine Entscheidung die über Leben und Tod entscheidet. Ein paar mal hab ich mich dann doch in den dunklen Gängen und Höhlen verirrt und musste nach dem Weg suchen. Da heißt es dann erst mal: Alles um schießen was nicht bei drei wegrennt und dann in Ruhe suchen. Als störend fand ich die Sucherei nicht, da die Welt mit einem tollen Design überzeugen kann und eine sehr gute Stimmung aufgebaut wird. Spannend wirds auch wenn man sich im Freien bewegt und dann Strom für die Taschenlampe und seine Atemmaske im Blick behalten muss. Und natürlich die Gegner im Blick haben muss. Zum Glück habt ihr eine Stopuhr am Arm die regelmäßig piept wenn euch die Luft ausgeht, damit könnt ihr dann schnell genug reagieren. Vorraus gesetzt ihr habt noch Filter für euere Gasmake übrig. Und die findet ihr in Schränken und nehmt sie euren toten Gegnern ab. Auf normal hatte ich keine Probleme da auch die Gegner nur selten echte Probleme darstellen. Die KI hat ein paar Aussetzer die ihr geschickt ausnützen könnt, funktioniert aber in der Regel sehr solide und setzt euch mit Flankierungstaktiken auch gerne mal etwas unter Druck. Da ihr auch nicht viel aushaltet bleiben die Kämpfe spannend.

Kaufen oder nicht kaufen?
Mit 6 - 8 Stunden ist das Spiel heute recht umfangreich, einen zweiten Durchlauf auf einem höheren Schwierigkeitsgrad kann ich auch empfehlen. Durch die dichte Atmosphäre, die sehr gut erzählte Handlung und die Abwechslung in den Levels bleibt das Spiel bis zum Ende spaßig. Um mal ehrlich: Wollt ihr noch mehr Call of Duty Klone? Von mir gibt es eine Zockempfehlung, allerdings habt ihr nur einen Solomodus, der aber wirklich spaßig gestaltet wurde und den Vorgänger um längen überflügelt. Moskau und die Metro warten auf euch.

Monday, May 27, 2013

Tales of Graces f



Tales of Graces WAS? Ja halt Tales of Graces f für die Playstation3.
Was denn, immernoch keinen Plan wovon ich hier rede? Na dann muss ich euch wohl ein wenig aufklären.
Tales of Graces f ist ein waschechtes J-RPG und ist Teil der "Tales of"-Serie von Namco Bandai die in Japan von der Gewichtung her direkt hinter der Final Fantasy und Dragon Quest Reihe liegt.
Sollte es tatsächlich Menschen unter euch geben bei denen es bei "Tales of" klingelt, werden das sicherlich Leute sein die Tales of Symphonia für den GameCube gespielt haben.

Aber nun zum eigentlichen Thema, warum geht es denn im ToGf und wie spielt es sich?

In ToGf geht es um den jungen Asbel Lanth, seinen Bruder Hubert und der kränklichen Cheria.
Asbel ist der älteste Sohn von Lord Aston Lanth und somit der Erbe der Familie und sozusagen zukünftiger Stadthalter des beschaulichen Örtschens Lanth.
Auf Erkundungstour mit seinem Brunder Hubert findet Asbel die Junge Sophie die, wer hätte es gedacht, scheinbar ihr Gedächtniss verloren hat. Die beiden Brüder beschließen Sophie mit in die kleine Stadt zu nehmen und sich um sie zu kümmern was dem eher strengen Vater der beiden allerdings missfällt.
Asbel ist nämlich scheinbar ein kleiner Draufgänger der sich um die Regeln seines Vaters nicht zu scheren scheint.

Kurze Zeit später kündigte sich auch noch hoher Besuch in Form von Prinz Richard an. Lord Lanth verbot allerdings Asbel den Umgang mit Richard aber wie ihr bestimmt denken könnt, interessiert das Asbel einen feuchten Kehricht.

Asbel beschließt Richard einen Ort zu zeigen an dem das ganze Jahr über Blumen wachsen. Dies war auch der Ort an dem Asbel und Hubert die junge Sophie fanden.
Am besagten Ort, dem Lanth Hügel angekommen lauert den beiden Jungs auch schon Richards Schwertkampftrainer auf der die beiden töten will. Natürlich wird der Bösewicht besiegt, doch die Freude hält nicht lange an. Unsere Helden stürzen von einer Klippe und schaffen es nur mit Müh und Not zurück nach Lanth. Dort wartet allerdings schon der nächste Ärger auf den kleinen Erben.


Richard fährt zurück zur Hauptstadt Barona und lud Asbel dazu ein ihn besuchen zu kommen. Lord Lanth hat geschäftliches mit Hubert in Barona zu tun und beschließt Asbel nicht mitfahren zu lassen.

Asbel Lanth Tales of Graces fDas oben genannte sind die ersten 3-4 Stunden des Spiels die wirklich noch die schwächsten Momente des Spiels sind. Denn kurz nach den nächsten Ereignissen erwartet euch ein Spiel das euch bis zu 50 Stunden in seinen Bann ziehen kann und sich mit Themen wie Bessessenheit, Rassissmuss, Krieg, Weltensterben, Verrat, Freundschaft, Liebe und vielem mehr auseinander setzt.

In ToGf gibt es 7 Spielbare Charaktere die sich alle unterschiedlich spielen.
Asbel ist bspw. Der typische Schwert-Kombo-Kämpfer während Cheria mit Wurfmessern kämpft oder vorzugsweise Heilmagie einsetzt.
Das Kampfsystem findet in Echtzeit statt was nicht heißt das man gemütlich alle Kombos spammen kann wie man möchte und das ist auch gut so!
Es gibt soganennte SK Punkte und jeder Angriff verbraucht eine gewisse Anzahl sogannter SK Punkte was euch dazu "zwingt" die für euch besten Kombos zu entwickeln.

Fähigkeiten wie Angriffe, Zauber, Resistenzen und zusätzliche Statuspunkte bekommt ihr durch Titel. Jeder Titel beherbergt 5 Fähigkeiten die man durch Punkte freischaltet in dem man Kämpfe bestreitet. Als Beispiel: Titel "Schwertkämpfer" hat 5 Fähigkeiten. Für das erreichen der ersten Fähigkeit benötigt man 100 Punkte. Ein Kampf bringt euch 40 Punkte also müsstet ihr nach Adam Riese mindestens 3 Kämpfe bestreiten um Fähigkeit 1 aus diesem Titel zu erlernen.
Jeder ausgerüstete Titel enthält übrigens weitere Fähigkeiten wie beispielsweise eine höhere Ausweichrate oder Resistenz gegenüber Eis die ihr erhaltet solange ihr den Titel ausgerüstet habt.

Ein weiteres Feature des Spiels ist das sogenannte Dualisieren. Mit Dualisierung bekommt ihr neue und stärkere Items die vom Sandwich bis hin zur Mega-Kombowaffe reichen.

Alles in allem ist ToGf also ein sehr umfangreiches Spiel in dem es viel zu entdecken gibt so das sich ein 2., 3. oder gar 4. mal durch spielen lohnt.
Meiner Meinung nach ist ToGf sogar der beste Teil der "Tales of" Serie und hat es in meine persöhnliche Top 5 der besten J-RPGs geschafft.

Eine klare Kaufempfehlung!

Monday, April 29, 2013

Zero Escape: Virtue's Last Reward


Playstation Vita - Die tote Konsole?
Die Playstation Vita hat bekanntlich ein großes Problem: Keine Spiele. Bisher hab ich meine PSV für Persona 4 Golden und eine Handvoll alter Playstation Spiele gebraucht, eigentlich ist das schon arg wenig was einem die Konsole bietet. Allerdings hat mich bisher Persona 4 Golden ganz gut über meinen Frust hinweg getragen. Leider muss ich sagen: Es ist nur ein Remake, keine frische oder gar neue Idee. Der Rest bisher, zumindest in Europa, besteht zum Großteil aus Ports von den großen Heimkonsolen oder lieblose Fortsetzungen bekannter Serien. Nichts was einen fetzt und nichts was den Kauf eines solchen Handhelds rechtfertigten würde. Und dann kommt Virtue's Last Reward...

Zero Escape? Das gabs doch schon mal!
Vor ein paar Jahren gab es auf dem Nintendo DS einen "visual novel" mit dem Namen 999: Nine Hours, Nine Persons, Nine Doors. Um ehrlich zu sein hab ich damals, ca. 2010, nichts von dem Spiel mit bekommen, da es mal wieder nicht in Deutschland erschienen ist. Daher kann ich auch nicht sagen wie sich 999 spielt, welche Unterschiede zwischen den beiden Spielen vorhanden sind und ob bzw. wie die Handlungen zusammen hängen. Allerdings stammen scheinbar ein paar der Charaktere aus 999, da an der einen oder anderen Stelle drauf Bezug genommen wird. Zumindest hört es sich so an, auch wenn man 999 nicht gezockt hat. Aber keine Sorge! Ich hatte nicht das Gefühl irgendetwas zu verpassen, da die Charaktere, sowohl Protagonisten als auch Antagonisten in Virtue's Last Reward sehr gut eingeführt werden.

Visual Novel.
Visual Novels sind quasi Bücher zum klicken. Also viel Text. Sehr viel Text. Sehr, sehr viel Text. Zum Glück sind viele Dialoge vertont worden und das, zumindest in der US-Version, sogar recht gut. Ja, die US-Version hat englische Sprachausgabe, soweit mir bekannt ist bekommt der deutsche Release nur japanische Sprache spendiert. Die Untertitel sind in allen Fällen englisch. Es gibt nicht viel Bewegung im Spiel, man agiert meist vor statischen Hintergründen und auch die Bewegung der anderen Charaktere sind nur Minimal. Visual Novels sind eben seit jeher eher minimalistisch gehalten, ein grafisches Feuerwerk darf man hier nicht erwarten. Dafür soll eben die Handlung überzeugen.

Die Handlung!
Ihr wacht in einem Aufzug auf, neben euch eine junge Frau und begrüßt werdet ihr von einem Hasen. So anders, so gut. Mehr wird es zur Handlung von mir auch nicht geben, ich fand sie sehr interessant und gelungen. Die Vielzahl an Enden, etwas über 20 gibt es, ist schon wirklich extrem viel. Nach gut 10 Stunden hatte ich das erste Ende gesehen, Spielzeit gibt es also genug, vorallem da man einem Pfad folgt und damit eh nicht alles beim ersten Durchspielen sehen kann. Und die Handlung hält wirklich bei der Stange, was aber auch an der sehr guten englischen Synchronisation liegt und an dem Hasen, der einfach super in Szene gesetzt wird und mit düster-witzigen Dialogen aufwartet.

Lesen, rätseln, sterben. Rinse and repeat.
Das Spiel selbst ist in drei Teile unterteilt die sich regelmäßig abwechseln. Der erste Teil nennt sich "Novel", hier gibts die volle Packung Handlung bei der ihr locker 30 Minuten am Stück Text vor euch habt der euch aber auch vorgelesen wird. Auf die Dialoge habt ihr keinen Einfluss in den Gesprächen selbst, dafür aber durch den dritten Teil, dazu aber später mehr.
Im zweiten Teil geht es dann an die Rätsel. Manche sind wirklich sehr leicht und die Lösung fällt euch quasi vor die Füße. Manchmal auch sprichwörtlich. Meistens muss man aber auch um ein paar Ecken denken, vielleicht kommt mir das aber auch nur so vor, da die meisten modernen Games einfach keinen Gehirnschmalz mehr brauchen und ich damit absolut aus der Übung bin. Ich muss aber gestehen, das ich ein oder zwei Rätsel nachlesen musste und mich danach geärgert hatte, da ich alles zur Lösung hatte, nur die Verknüpfung nicht hinbekommen hab. Da kommt man sich dann doch ein bisschen blöd vor.
Im letzten Teil geht es jedes mal in den "AB Room". Was hier passiert werde ich an dieser Stelle nicht verraten, wird einem aber im Spiel sehr gut erklärt. Das sind dann die Punkte an denen sich die Handlung immer wieder abspaltet.
Dadurch kommt man dann am Ende auf über 20 Enden, wobei der Großteil nicht der Rede wert ist und mit einem GameOver quitiert wird. Mittlerweile hab ich drei Enden gesehen, die auch alle für ihren jeweiligen Handlungsstrang Sinn machten und auch spaßig waren. Eines davon war ein "gutes" Ende und ich weiß immer noch nicht alles was im Spiel passiert ist. Logischerweise muss ich jetzt direkt noch mal das Spiel durch zocken. Ein paar Mal. Also ganz oft. Sehr oft sogar. Rinse and repeat.

Kaufen oder nicht kaufen, das ist hier die Frage.
Virtue's Last Reward war mein erster visual Novel und hat mir sehr gut gefallen. Die düstere Stimmung, die unterschiedlichen Zweige die man durch spielen kann, die echt guten Charaktere. Das alles passt so gut zusammen, das ich den Titel in zwei oder drei Tagen durch gezockt hab. Sowas passiert mir wirklich selten, aber ich wollte das Spiel einfach nicht mehr aus er Hand legen. Ich wollte das es zu Ende ist, damit ich endlich das Ende kenne. Zeit gleich wollte ich aber auch nie das Ende erreichen, weil es einfach zu spaßig war. Da die PS Vita eh schon so wenig Games bietet, kann man ruhig rein schnuppern. Wie die 3DS-Version ist, kann ich nicht sagen, sollte aber das selbe sein, nur eben die Texturen niedriger aufgelöst.

Monday, March 25, 2013

Gears of War Judgement

Gears of War Judgement



Kann man eigentlich noch irgendetwas zu diesem Kettensägenmasakerspiel sagen? Im Endeffekt ist die Grundhandlung ja schon hinlänglich bekannt, wurde in drei Spielen und einer handvoll Büchern schon ausreichend durch gekaut. Die Locust kommen und brauchen die Backen voll. Warum noch ein Spiel mit dem selben Setting, der selben Engine und zum Teil selben Charakteren machen?

Aber erstmal der Reihe nach. Grafisch ist alles beim Alten, was bei Gott nichts negatives ist. Die Unreal 3 Engine in den richtigen Händen ist immer noch ein sehr geiles Geschoss. Die Effekte sind Klasse, die Charaktermodelle sehen sehr gut aus, die Level sind gut bis sehr gut designed und setzen einen optisch sehr schönen Rahmen um das ganze Spiel. Und ja: Braun dominiert auch hier. Alles eben beim Alten, eben nichts besonderes mehr, nichts neues, nichts prickelndes. Immer noch schön anzusehen ist es alle mal.

Auch beim Sound gibt es keine Abstriche zu den Vorgängern, da die Waffen sich identisch zu den Vorgängern anhören, die selben Synchronsprecher auch hier wieder ihre Arbeit abliefern und die eher plumpe Handlung eh keine großen Synchronsprecher braucht. Die Handlung ist schon sehr plump präsentiert, da man auf Bombast eigentlich komplett verzichtet hat und das ganze nur so vor sich hin tropft.

Bisher hört sichs nur durchwachsen an, warum sollte man das Spiel dann zocken?

Für mich hat es eine sehr gute und unterhaltsame Änderung eingebaut. Es wirft alles zu ernste über Bord und verpasst sich selbst eine Arcadekur. Anstatt trocken und ernst von Level zu Level zu rennen gibt es nun einen Counter der euch für Kills, Ribbons (Abzeichen), Exekutionen sowie den Abschluss der Declassified-Missionen belohnt. Mit genug Sternen schaltet man dann eine kleine Zusatzkampagne frei, welche zwar nur ca 1-2 Stunden dauert, unterhaltsam ist sie alle mal.

Natürlich muss man so ein arcadigeres System mit Anpassungen der Steuerung unterstützen. So wechselt man die Waffen nun auf (Y) und Granaten kann man per kurzem Druck auf (LB) auch sofort werfen. Das sind nur minimale Änderungen, sorgen aber dafür, dass sich Gears wesentlich flotter und in meinen Augen auch flüssiger spielt. Bei ca 6-9 Stunden mag sich das zwar arg kurz anhören, allerdings sind die Abschnitte sehr kurzweilig und die Declassified-Missionen werden mich noch für ein paar Missionen ans Pad holen.

Was sind denn diese Declassified-Missionen überhaupt? Im Endeffekt sind es nur optionale Leveländerungen. So kann man aktivieren das ein Abschnitt z.b. nebliger ist oder man nur bestimmte Waffen zur Verfügung hat. Natürlich definiert das Spiel für jedes Level diese Änderungen, weswegen man nur zustimmen oder ablehnen kann. Dadurch steigt die Anforderung zeitweise aber deutlich an und hat mir doch auch sehr viel Spaß gemacht.

Am Ende stellt sich natürlich die Frage ob man sich den Titel holen soll oder nicht. Für mich viel die Entscheidung recht leicht, weil sich das arcadige System für mich sehr gut angehört hat. Dazu gabs für Vorbesteller einen Controller und 400 MS Points, kein Grund zur Beschwerde also. Zum Vollpreis ohne diese Boni kann ich auch noch zum Kauf raten, da der Multiplayer wieder fesseln wird und die insgesamt vier Schwierigkeitsgrade auch sehr fordernd sind. Und es gibt Kettensägen. An Maschinengewehren.